• Milchsäure (lat. acidum lacticum) ist eine u.a. in Lebensmitteln natürlich vorkommende, chemische Verbindung (C3H6O3) und entsteht als Zwischenprodukt beim Abbau von Zuckern durch anaerobe Glycolyse [1] bzw. durch Milchsäurebakterien. [2] Die Salze der Milchsäuren heißen Lactate. In der Biochemie bezeichnet Lactat auch einfach nur das Anion der Milchsäure.[3] Der menschliche Körper produziert selbst Milchsäure, z.B. in der Muskulatur, und benötigt diese unter anderem zum Abbau von Kohlenhydraten.[4] Der Name Milchsäure kommt von der ersten Entdeckung der Säure in Milch durch den Chemiker Cark Wilhelm Scheele im Jahr 1780.[5]

    1 Milchsäurearten


    Milchsäure kommt als linksdrehende (D-(-)-Milchsäure) und rechtsdrehende Milchsäure (L-(+)-Milchsäure) vor. Diese Bezeichnungen beziehen sich auf die physikalischen Eigenschaften bzw. das Verhalten der Säuren bei Lichteinwirkung. Die rechtsdrehende Milchsäure (L(+)-Milchsäure) kann vom menschlichen Körper gut verwendet und verwertet werden. Sie ist u.a. ein Stoffwechselabbauprodukt des menschlichen Körpers, dient der Energiegewinnung im Stoffwechsel und übernimmt eine Schutzfunktion auf der Darmschleimhaut.[4] Die rechtsdrehende Milchsäure kommt im Schweiß, Blut, im Muskelserum, der Niere und der Galle vor.[3] Die linksdrehende Milchsäure hingegen kann vom menschlichen Körper erst mithilfe eines Enzyms umgewandelt werden ehe diese verdaut werden kann.[4] Eine Mischung aus D- und L-Form der Milchsäure findet sich z.B. in Sauermilchprodukten, Tomatensaft und Bier.[3]

    2 Herstellung


    Biologisch wird Milchsäure aus Milch gewonnen indem Milchsäurebakterien den in der Milch enthaltenen Milchzucker (Lactose) in Milchsäure (Lactat) umwandeln. Die Milchsäure lässt das Eiweiß in der Milch gerinnen, wodurch das Produkt dickflüssiger wird, z.B. Sauermilchprodukte wie Joghurt. Überwiegend (aber nicht ausschließlich) wird Milchsäure durch Vergärung pflanzlicher Zuckerarten (wie Maltose), die durch die Umwandlung pflanzlicher Produkte (z.B. meist Kartoffel- oder Getreidestärke) entstehen, gewonnen.[6][2] Daher können Produkte, denen Milchsäure zugesetzt wurde durchaus vegan sein. Im Zweifelsfall sollte allerdings beim Hersteller nachgefragt werden.

    3 Verwendung


    Der Einsatz von Milchsäure ist vielseitig. In der Lebensmittelindustrie kommt Milchsäure als Lebensmittelzusatzstoff mit der E-Nummer E 270 zum Einsatz. Hier wird es beispielsweise als Säuerungsmittel (z.B. in Süßwaren) und Konservierungsmittel eingesetzt.[4][3] Gleichzeitig wird die antibakterielle Wirkung auch in der Kosmetikindustrie (z.B. zur Behandlung von Akne) und in Haushaltswaren wie Flüssigseifen, Reinigern und Geschirrspülmitteln verwendet. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind in der Textilindustrie und der Druckerei und Färbetechnik gegeben. Darüber hinaus nutzen Imker die Milchsäure zur Behandlung ihrer Bienen gegen die Varroamilbe. [3]
    Einzelnachweise
    1. Milchsäure (Zugriff am 26.11.2020]
    2. a b Proctor, Reuben und Lars Thomsen (2012): Veganissimo 1 – tierliche inhaltsstoffe & ihre Alternativen. Kiel: Sicht Verlag. S. 139
    3. a b c d e Milchsäure (Zugriff am 26.11.2020)
    4. a b c d https://www.lebensmittellexikon.de/m0000530.php (Zugriff am 26.11.2020)
    5. Ist Milchsäure vegan? (Zugriff am 26.11.2020)
    6. Milchsäure (Zugriff am 26.11.2020)

    Details

    vegan?
    teilweise, Nachfrage notwendig

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